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Sagenhaftes

Dippoldsage

Etwa in der Mitte des 10. Jahrhunderts lebte tief im Waldesdunkel des Miriquidiwaldes ein Einsiedler namens Dippold. Er hatte sich inmitten großer Sandsteinfelsen eine Unterkunft errichtet, eine Stätte traulichen Friedens - wie das Wunderbild eines Märchens -, direkt im Wald mit einem kleinen Gärtchen und einer schlichten Andachtskapelle.

Von der Unrast des bösen Gewissens getrieben, kam eines Tages der Herzog Boleslaus von Böhmen, der seinen Bruder, Herzog Wenzel, vor der Kirchentür zu Bunzlau ermordet hatte, bei einem Jagdzug in unsere Gegend und fand den Einsiedler Dippold in seiner Klause vor. Dieser empfing seinen Gast und bewirtete ihn mit allem, was er an Vorräten aus seinen Kellern zu bieten vermochte.

Nach langem Erzählen und Beichten erteilte Dippold ihm die Absolution - die Loslösung von seinen Sünden - und bekehrte ihn zum Christentum. Zum Dank dafür ließ jener dem Heiligen eine Kapelle erbauen - die Nikolaikirche in Dippoldiswalde - der Dippold als Priester acht Jahre vorstand, ehe er starb. In der Nähe siedelten sich dann die ersten Bewohner - es waren Bergleute - im Dippoldiczwalde an.

Der heilige Laurentius zu Dippoldiswalde

An der westlichen Ecke der Marktgiebelseite des Rathauses befindet sich eine Sandsteinfigur, die Laurentius mit dem Roste darstellt. Es wurde erzählt, der heilige Laurentius am Dippoldiswalder Rathaus verfolge jeden Vorübergehenden mit seinen Blicken.

Nach der Legende begrüßte das Standbild des Heiligen - ihm zu Ehren begründete man den Laurentius-Jahrmarkt - den ersten durch das Niedertor in die Stadt eintretenden Jahrmarktskrämer durch Neigen des Kopfes.

Der Schatz im Bödigen bei Dippoldiswalde

Zwei Burgen, „duo castra Dippoldiswalt“ [1294] genannt, beherrschten einst die Weißeritztalhänge bei Dippoldiswalde. Die eine lag an der Stelle des heutigen Dippoldiswalder Schlosses, die andere auf dem Bödigen (Bödichen), heute ein Waldstück westlich der Talsperre Malter.

Anfang des 15. Jahrhunderts soll letztere durch Bürger der Stadt geschleift worden sein. Man nutzte die Höhe dann als Gemeindeholz. An der Stelle, an der sich einst die Burg befand, soll eine Braupfanne voll Gold in der Erde liegen. Vor langer Zeit hatten sich in aller Stille einige Männer aufgemacht, um den Schatz zu heben.

Wohl hielten sie die bestimmte Zeit, die Mitternachtsstunde, ein, erfüllten auch sonst alle Bedingungen, unter denen der Schatz zu heben war, leider hatte aber ein Schatzgräber vergessen, dass unbedingtes Schweigen dabei beachtet werden musste. Er sprach einige Worte, und im gleichen Augenblick hörten die Schatzgräber den Schatz in die Tiefe rasseln.

Antoniussage

In der Dippoldiswalder Heide, nicht weit vom Dorf Oelsa entfernt wohnte vor langer Zeit ein frommer Mann mit Namen Antonius. Er erbaute sich auf einer Waldwiese (Antoniuswiese) seine Klause, die man später nach ihm „Antoniusklause“ nannte.

Das ganze Sinnen und Trachten des Antonius war darauf gerichtet, dem Herrgott ein großes Opfer zu bringen und eine Kirche zu errichten, in der ungläubige bekehrt und getauft werden konnten. Aus der gesamten Umgebung sollten sich hier die Christen zum Gottesdienst versammeln, wenn sie der helle Klang der Glocke auf dem Dach zur Andacht rief.

Ein kunstvoller Altar im Inneren der Kirche sollte die Gläubigen mit seiner Pracht zu staunender Andacht führen und zu längerem Gebet veranlassen. Dann, so malte er es sich aus, wollte er mitten unter die Versammelten treten und ihnen die christliche Botschaft verkünden. Die Gläubigen dachte er am klaren, danebenliegenden Brünnlein (Antoniusbrunnen) zu taufen.

Als Bezeichnung der Kirche hatte er aber den Namen seiner Schutzherrin St. Barbara erwählt. Antonius ruhte nicht, bis sein sehnlichster Wunsch in Erfüllung gegangen war. Die Kirche entstand unweit seiner Klause an der erwähnten Quelle, deren Wasser noch bis in die jüngste Zeit hinein als wundertätig gepriesen wurde und Ziel großer Pilger- und Wallfahrten war.

Wolfssäule

Sie erinnert daran, dass bei einer Jagd im Jahre 1802 der letzte Wolf, der in der Heide „aus- und eingetrabt“ ist, erlegt wurde. Die Inschrift lautet: “Ohnweit von hier in der Goldgrube ist den 6. März 1802 ein Wolf, der seit 5 Jahren aus und eingetrabt ist, 203 Pfund gewogen hat, in einem aufgestellten Jagen geschossen worden. Dieser Jagd haben beigewohnt der Herr Ober-Hof-Jägermeister von Preuß…“ usw.

Steinernes Messer

Unweit der Wolfssäule findet man den Stumpf eines Steinkreuzes, in das ein Messer eingehauen wurde. Dem Volksmunde nach soll dort ein Fleischer auf dem Eise ausgeglitten sein und sich dabei mit dem Schlachtmesser tödlich verletzt haben.

Eine andere Sage berichtet von der Ermordung einer Frau durch zwei Fleischer an dieser Stelle.

Leichenzug an der Schlossmauer

Vor Erbauung der Bahnhofstraße und als die königliche Bezirks-Steuer-Einnahme noch nicht stand, dieselbe wurde erst in den Jahren 1901/02 erbaut, befand sich in der alten Schlossmauer, die das ganze große Grundstück umgab, ein niedriges Tor, von dem die Sage ging, nachts um die zwölfte Stunde öffne es sich auf geheimnisvolle Weise und ein Leichenzug bewege sich daraus hervor.

Ob sich derselbe nun nach rechts oder links begab, ob er jede Nacht oder nur in besonderen Nächten erschien, wo derselbe jetzt sein Unwesen treibt, oder ob er am Enden nunmehr „erlöst“ ist, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

Quellen:

  • Konrad Knebel: 1920, Geschichte der Stadt Dippoldiswalde bis zum Jahre 1918
  • Erhard Unger: 1997, Unsere Heimat
  • Klengel: 1938, Sagenbuch des südöstlichen Erzgebirges
  • Konrad Knebel: 1920, Geschichte der Stadt Dippoldiswalde bis zum Jahre 1918

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